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Content Marketing
21 Januar 2020

2020 vom grössten B2B-Portal der Welt profitieren

LinkedIn hat sich vom Karriereportal zum Informationskanal gewandelt. Es lohnt sich daher, dieses Jahr sein persönliches LinkedIn-Profil zu optimieren.

LinkedIn ist mit über 645 Millionen Mitgliedern in 24 Sprachen mittlerweile das grösste B2B-Portal auf der Welt. Darauf sind mehr als 13 Millionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz «zuhause». Gegenüber einem Portal wie Facebook, das seine Nutzer für Marketingzwecke ausbeutet und mittels Micro-Targeting Wahlen über den ganzen Globus verstreut, hat LinkedIn einen grossen Vorteil: Es liefert Authentizität was Jobs und Business betrifft.

Bei den Postings auf LinkedIn handelt es sich nicht wie oft bei Twitter um Hassbotschaften, Shitstorm-Triggers oder andere negative Angelegenheiten. Die Beiträge werden meist in neutralem Ton gehalten. LinkedIn gehört seit 2016 zum Microsoft-Konzern und ist wirtschaftlich erfolgreich. Auch das im Unterschied zu anderen Plattformen, die einen hohen Börsenwert bei immensen Schulden aufweisen. Das Business-Network LinkedIn steigerte die Einnahmen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2018 von 5,3 auf 6,8 Milliarden Dollar. 

Vom Karriereportal zum Infokanal

Auch vermarktet sich LinkedIn äusserst geschickt, wie die Medienreaktionen auf LinkedIns Publikationen betreffend Nutzer, Influencer und Geschäftsgewinn zeigen. Dies, obwohl die meisten Angaben von LinkedIn selber stammen und nur teilweise transparent verifiziert werden können. Der nächste Schachzug von LinkedIn, der mit grossem Mediengedöns verbreitet wird, besteht darin, dass das Netzwerk immer mehr kuratierte Nachrichten anbieten will. Nutzer können fachliches Know-how und Expertise, Branchentrends oder eigene Learnings als Nachrichten verbreiten. Teilen Sie mit, was Sie begeistert! So können Sie zur aktiven Diskussionen beitragen und auf zusätzliche nützliche Informationen verweisen – sowohl auf Inhalte von Ihrem Unternehmen als auch von anderen Organisationen. Entscheidend ist, dass Sie sich selbst als vertrauenswürdiger und hilfsbereiter Kollege positionieren und nicht als Verkäufer, dem es nur darum geht, den nächsten Kunden an Land zu ziehen. 

In sozialen Medien vertreibt man sich die Zeit. Auf LinkedIn investieren die Nutzer Zeit. Das ist ein wichtiger Unterschied. Via LinkedIn können drei persönliche Ziele erreicht werden:

1. Reputation erhöhen: Personal Branding kann man unterstützen mit wertvollen Beiträgen, welche man schreibt oder Artikeln, welche man gelesen hat und eben mit seinem Netzwerk teilt. So kann man sich ein Profil geben und für eine Sache als Know-how-Träger stehen. Es geht nicht um möglichst viele „Views“ der Beiträge die man posted, es geht darum die richtigen Leute mit den Beiträgen zu erreichen. Wirkung will man erreichen oder etwas bewegen. Man sollte sich keinen schnellen Erfolg erhoffen, sondern am besten ohne Erwartungen das ganze angehen und vor allem Interesse an Menschen haben. Sharing is Caring!

2. Mit interessanten Persönlichkeiten vernetzen: Wer das Ziel hat, möglichst viele Kontakte in kürzester Zeit auf einer Plattform wie LinkedIn zu generieren, ist auf dem Holzweg. Wer solche Taktiken anwendet wird kaum langfristig etwas aufbauen können und somit auch erfolgreich sein. Heute sind Kontaktanfragen ganz selten mit einem intelligenten und gut begründeten Text unterlegt, welcher mich überzeugen könnte. Die treibende Kraft dahinter ist mein grosses Interesse an interessanten Menschen und dem Austausch mit diesen. Daher keine «Phantom-Anfragen» annehmen, sondern nur solche, die Sinn machen und man sich kennt. 

3. Dienstleistungen verkaufen: Das Thema «Social Selling» ist zwar in letzter Zeit etwas unter Beschuss geraten. Dabei wird man den Verdacht nicht los, dass Business zu betreiben grundsätzlich schlecht sein soll. Social Selling ist weder Social-Media-Werbung noch Social-Media-Marketing. Es ist der Prozess der Nutzung von sozialen Medien, um potenzielle Kunden zu identifizieren, Vertrauen aufzubauen und Beziehungen zu entwickeln, die letztendlich mehr zu verkaufen. Es ist keine direkte Alternative zum klassischen Verkaufsprozess, sondern eher ein Instrument zur Ergänzung. Es unterstützt zielgerichtet dabei, einige der zeitaufwändigsten Teile des traditionellen Verkaufsprozesses wie z.B. Kaltakquise zu eliminieren. Social Selling hilft, Vertrauen aufzubauen, und zwar in einem kürzeren Zeitrahmen.

Strategische Kommunikationsberatung
23 Dezember 2019

Wollen Sie im neuen Jahr kreativer werden? Gehen Sie spazieren.

Es gibt es wissenschaftliche Beweise, dass Spaziergänge nicht nur körperlich gut tun, sondern auch neue Ideen hervorbringen. 

Der frühere Apple-CEO Steve Jobs pflegte knifflige Probleme und Konflikte auf Spaziergängen zu lösen. Beim Spazieren fand er seine Ruhe. Das gemütliche Schlendern erlaubte ihm, ohne Druck nachzudenken. So wurde manche Idee geboren. Ein anderes Beispiel: 3M-Mitarbeiter Art Fry sang im Kirchenchor. Immer wieder ärgerte er sich, weil ihm das Lesezeichen aus dem Gesangsbuch fiel. In diesem Umfeld wurde das Post-it geboren. Ist Kreativität eine Gabe oder kann man sie sich aneignen? Darüber wird seit langen Jahren debattiert. 

Notizen machen

Ludwig van Beethoven arbeitete bis zum Mittagessen, unterbrochen von kurzen Pausen mit Spaziergängen an der frischen Luft. Nach dem Essen machte er einen langen Spaziergang. Er hatte immer Notenpapier und Stifte bei sich, um seine musikalischen Ideen notieren zu können. Man sagt, Beethoven sei in den Sommermonaten produktiver gewesen, weil er länger bei Tageslicht und angenehmen Temperaturen Spazieren gehen konnte.

Geistige Agilität erhöhen

Der bekannte Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman macht es wie Steve Jobs. Er spaziert täglich sechseinhalb Kilometer, oft zusammen mit Kollegen. Er hat sich seinem Spaziergang auch wissenschaftlich ngenähert: «Tatsächlich vermute ich, dass die leichte körperliche Aktivierung durch den Spaziergang zu einer grösseren geistigen Agilität führt.» Er braucht für einen Kilometer etwas mehr als elf Minuten. Das ist ein gemütliches Tempo ohne jeden Druck, das ihm erlaubt, einfacher nachzudenken. Entscheidend ist ein gemächliches Tempo, hat er festgestellt. Er habe bei diesen Spaziergängen die besten Einfälle gehabt. 

Der Hektik entfliehen

Der Spaziergang ist ein einfacher Weg, um aus der täglichen Hektik auszubrechen. Der Psychologe Kahn hat aufgezeigt, dass diese Hektik kreativitätshemmend und der geistigen Agilität abträglich ist. Der Spaziergang hingegen ist nicht nur erholsam, er bringt auch Ideen hervor. Deshalb bauen Manager einen Spaziergang in ihre tägliche Routine ein. Papier und Stift sind immer dabei, damit spontane Einfälle notiert werden können. 

Kommunikation
01 November 2019

Sieben Schreibtipps statt Superlativismus

Marketing-Sprache ist die Sprache der Superlative. Die Sätze sind voll Adjektive und häufig auch von Anglizismen. Stimmen die Vorurteile?

Wenn wir denken, denken wir in Bildern. Beim Texten geht es nun darum, diese Gedankenbilder in nachvollziehbare, aneinander gereihte Worte zu fassen. Die Leser wiederum stellen sich laufend die gelesenen Texte in Bildern vor. Es ist darum wichtig, Worte zu verwenden, die für alle Leser das gleiche Bild hervorrufen.

Gute Kommunikation beginnt beim Sender, der eine Botschaft oder einen Reiz von sich gibt. Im Kopf des Empfängers entstehen durch die gleichen Worte aber oft andere Bilder. Dies geschieht durch Filter wie Lebenserfahrung, Fachsprache, Unlust, Müdigkeit, Emotionen oder Hemmungen. Diese Filter verhindern oft, dass wir einander verstehen. Daher stellt immer das Zielpublikum im Zentrum des Schreibens. Dazu sieben Schreibtipps:

1. Kurze, aber komplette Sätze erhöhen die Verständlichkeit. Je kürzer, desto besser. Nicht  mehr als 18 Wörter pro Satz verwenden. Leserlichkeit mit kurzen Sätzen und Satzfragmenten steigern und überschüssige Wörter tilgen. Lange Sätze und Nebensatz-Konstruktionen auflösen. Kurze, alltäglich bekannte Wörter verwenden. Jargon und Akronyme meiden und den Wortgebrauch optimieren.

2. Treffende Ausdrücke statt Allerweltsworte: Anschaulichkeit packt die Leser. Lieber Frösche als Amphibien. Beamtenstil und Verlautbarungsjournalismus neigen zur Substantivitis. Lieber auf den Punkt kommen und Wichtiges in den Fokus stellen. Das fördert den Lesefluss.

3. Fremdwörter vermeiden: Viele Wörter stammen ursprünglich aus dem angelsächsischen Raum. Wenige machen sich die Mühe, sie auf gutes Deutsch widerzugeben.

4. Blähstil vermeiden: Statt «Er wird in seiner Eigenschaft als neuer Direktor», sondern «Er wird als neuer Direktor». Lebendig geschriebene Texte wirken menschlich und nah am Leser.

5. Verben sind der schönste Teil der Sprache: Aber nur die aktiven geben Dynamik.

6. Texte neutral wie als unbeteiligter Beobachter beschreiben. Deshalb soll ein Satz wie «Es herrschte eine unbeschreibliche Unordnung» nie vorkommen. Adjektive möglichst vermeiden. Genauigkeit hilft gegen Allgemeinheit.

7. Sprachfloskeln und Klischees vermeiden: Geflügelte Worte sind oft eine Rutschbahn in die Langeweile. Statt «Die Gemeinde will die Infrastruktur verbessern» besser «Die Gemeinde will sechs Kilometer Feldweg asphaltieren».

Zudem wichtig: Zitate machen einen Text lebensnaher und lockern auf. In einem guten Bericht wechselt direkte Rede mit indirekter Rede ab. Im Ablauf muss der Text alle Fragen beantworten, die beim Leser  entstehen können (logischer Gedankenweg, Stolpersteine vermeiden). Der ganze Text braucht eine Zielrichtung. Dem Leser  muss der Grund ersichtlich sein, weshalb er den Artikel lesen soll.

Zum Glück ist die Marketing-Sprache mit aufgeblähten Wörtern seltener geworden.

Kommunikation
30 Oktober 2019

Diskrepanz zwischen Journalisten und Leserschaft

Fachwissen, Stories und Finanzverständlichkeit: Wie können Finanzjournalisten als Vermittler zwischen Experten und Laien wirken? Eine Studie der ZHAW mit der Agentur b-public befragte dazu Finanzjournalisten auf dem Platz Zürich. Die Ergebnisse sind wichtig für die nächste Finanzkrise.

Finanzjournalisten arbeiten in einem Spannungsfeld, das charakterisiert ist durch grosses Fachwissen, tiefe Finanzverständlichkeit der Leserschaft und Geschichten zu Börsenkapriolen, Unternehmensresultaten und Finanzskandalen. Die Diskrepanz zwischen Journalisten und der Leserschaft ist gefährlich: Die nächste Finanzkrise wird kommen.  Je mehr alle die Zusammenhänge verstehen und je besser sie darauf vorbereitet sind, desto weniger gross wird der Schaden sein – und das kommt letztlich allen zugute.

Es klafft eine Wissenslücke

Haupterkenntnis der Studie ist, dass zwischen dem erwarteten und dem effektiven Finanzwissen der Leserschaft eine Lücke klafft. Einerseits sehen sich Finanzjournalisten zwar als Vermittler zwischen Finanzexperten und Laien, bei der Leserschaft setzen sie aber ein Basiswissen und Interesse im Bereich Finanzen voraus. Zunehmend verhindern darüber hinaus Kostensparmassnahmen bei der Qualitätssicherung, dass komplexe Sachverhalte in einer Sprache beschrieben werden, die dem Know-how der Leser angepasst ist. Anderseits sind die Finanzkenntnisse der breiten Leserschaft gering, wie diverse Studien zeigen, was es nahezu verunmöglicht, Zusammen­hänge und Entwicklungen in der Finanzwelt angemessen zu beschreiben.

Studie als Kooperation

Die Studie entstand in Zusammenarbeit von Marlies Whitehouse, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW, und dem Team der Agentur b-public AG unter der Leitung von Markus Baumgartner und Katharina Burckhardt. Die Studie kann unter diesem Link heruntergeladen werden.